Wer sind wir?

Tommaso Huber      Akkordeon

Sebastian Gürtler     Violine

Michael Williams    Cello

Gerhard Muthspiel   Kontrabass

Aufgrund unserer Herkunft sind wir ein echtes Wiener Ensemble. Der Geiger stammt aus Salzburg, der Akkordeonist aus Oberösterreich, der Kontrabassist aus der Steiermark und der Cellist aus dem nahegelegenen Australien. Also: typisch wienerisch! 

Wir lernten uns in der Wiener Volksoper kennen, wo drei von uns bis heute engagiert sind, und genau dort ist es auch passiert: ein kleiner Auftrag für einen Ballettabend, damals noch als Trio, begeisterte uns und auch das Publikum. Daraus wurde bald ein Quartett - und Amarcord Wien war geboren.

 

In 20 Jahren Konzerttätigkeit auf nationalen und internationalen Bühnen haben wir ein vielschichtiges Repertoire entwickelt, welches von packender ethnischer Musik über intime Vokalmusik bis hin zu den großen Werken der Orchesterliteratur reicht. Piazzolla, Satie, Mussorgskij, Mahler, Wagner - um nur einige zu nennen - haben wir uns einverleibt, deren Musik zerlegt und wieder zusammengebaut, bis sie ganz zu der Unseren geworden ist.

 

Viel Schweiß ist geronnen und manche Auseinandersetzung hat es gekostet, aber es freut uns, daß offenbar gelungen ist was vielfach über uns gesagt wurde: die Schaffung eines eigenen Klanges, des „Amarcord-Sounds“.

 

Und wie geht es uns jetzt, in der dritten Dekade? Wir sind immer noch in der Gründungsbesetzung! Wir haben einige Stürme überstanden und diverse Klippen umschifft. Und – natürlich – etwas besonnener sind wir auch geworden. Aber das Feuer, es brennt wie am ersten Tag! 

Auf viele weitere Jahre, wir grüßen euch

Amarcord Wien

Stimmen über Amarcord Wien

Franz Welser Möst

Ich kenne das Ensemble Amarcord von CDs. Man diskutiert heute so oft über neue Wege im Konzertleben: hier ist ein großartiges Paradebeispiel, dass der Phantasie keine Grenzen gesetzt sind. Den klassischen Tugenden verpflichtet finden diese Künstler auf höchstem Aufführungsniveau Pfade, die noch nicht ausgetreten wurden. Eine Freude!  

Klassik Heute

Es gibt einen feinen Unterschied zwischen einer Ironie, die sich darin erschöpft, nicht das zu meinen, was man sagt, und einer ästhetischen Ironie, die Sachen mit einem Augenzwinkern vorstellt, aber so lustvoll, dass diese trotz mangelnder Ernsthaftigkeit als das Eigentliche zu gelten haben. Dieser zweiten, viel interessanteren Form der Ironie hat sich das Ensemble Amarcord Wien verschrieben.

QÖ Nachrichten

Keine Minute lang ließ einen die perfekt arrangierte Musik von Piazzolla bis Satie beim Konzert von Amarcord am Mittwoch im Brucknerhaus los. Müsste man den Begriff Musik in seiner schier unfassbaren Vieldeutigkeit erklären, so gäbe es eine kurze und prägnante Antwort: Amarcord Wien. Es ist wirklich selten geworden, dass ein Ensemble vielfältigste Musik derart penibel erarbeitet und spielerisch mit gehörigem Humor aus sich heraus erwachsen lässt, und gleichzeitig zu weitreichenden, philosophischen Gedankengängen anregt.

Stereoplay

Was die Klavierstücke Saties betrifft, so wird in dieser Besetzung eine klangliche Transparenz möglich, wie man sie wahrscheinlich noch nie gehört hat. So viel Kunstverstand ist in diesem Musizieren, so viel Orientierung am Material, dass der Eindruck von Willkür nie aufkommt. Und einem hätten diese auf den Punkt musizierten Bearbeitungen mit Sicherheit gefallen: Erik Satie

Julian Schutting,

Schriftsteller

Wie sich die Bilder so gar nicht gleichen … An einem Oktobertag des Jahres Null-Drei im Herumstrawanzen auf dem Areal des St. Petersburger Alexander-Newskij-Klosters unversehens vor Mussorgskijs Grab zu stehen und so kurz danach, als ob da ein Zusammenhang bestünde, in Wien diese erfrischende Instrumentierung der „Bilder einer Ausstellung“ zu hören zu bekommen: Aquarellen vergleichbar, was eines Ohren üblicherweise als satte Ölgemälde zusetzt – und vor Verblüffung darob könnt dir so sein, auf jenem Klosterfriedhof beigewohnt zu haben einem von den vier Musikern dem Meister dargebrachten Ständchen, nämlich seiner Impression von diesem oder jenem Bild: oder sähe (und hörte) M.M. denn nicht nichts lieber, als wenn diese vier als Straßenmusikanten seine „Bilder“ in Gastgärten und Wirtshäusern spielen würden für Speis und Trank, und sei es für ein Stamperl Schnaps? (…)
die vier Burschen da (also: diese vier Herren) haben die Grazie, mit von Respekt gesegneter Unbekümmertheit ihrem Meister die Reverenz zu erweisen, indem sie beispielsweise das hohle Pathos des durch die Tradition allzu groß geratenen ‚Großen Tores’ in menschlichere Dimensionen herunterholen: so beschwingt wie leicht Beschwipste musizieren sie dieses, nun der pompösen Vorlage vergessene ‚Bild’, daß hinweggenommen sind die weitausfahrenden Gesten eines, der seine Vision von Größe doppelt zu sehen und sie mit schwerer Zunge wiederzugeben schien…
oder man könnte auch so sagen: Aus Nachbildern der mit Augen geschauten ‚Bilder’, von M.M. fürs Ohr so skizziert, wie sie in ihm nachgewirkt haben, aber auch aus scheinbar verblaßten Übermalungen durch zwei oder drei andere Komponisten, scheint den vier Herren wie im Schlaf alles das aufgestiegen zu sein, was sie sodann, scheinbar jeder Kunstschwierigkeit vergessen, kunstvoll wie mit leichter Hand aquarelliert haben. Oder wäre das nicht eine melancholische Kammermusik geworden zu deren Melancholisches aufhellendem Wanderschritt?
Zöge gern, sofern sie musizierend dahinspazieren wollten, durch den Brahmssaal oder auch über den spätherbstlichen Markusplatz, ganz leise mitpfeifend hinterdrein!

  Falter, Carsten Fastner

Mit einer Bearbeitung von Modest Mussorgskys „Bildern einer Ausstellung“ hat das ungewöhnlich besetzte Ensemble Amarcord Wien einen klanglichen Volltreffer gelandet. Das vierköpfige Ensemble nutzt die zahlreichen folkloristischen Anleihen des Originals so gut, dass das Stück wie eigens für diese ungewöhnliche Besetzung geschrieben schein … Und auch auf Platte ist nicht zu überhören: Die vier von Amarcord sind Musikanten im besten Sinne des Wortes. 

QÖ Nachrichten

Sichtweisen auf Mussorgsky: … Nicht weniger virtuos, aber höchst kreativ und originell die Sichtweise des Wiener Ensembles Amarcord. Die auf Violine, Cello, Kontrabass und Akkordeon reduzierte Fassung seziert gleich einem Mikroskop die kompositorische Tiefe dieses Werkes, ohne in der reinen Analyse stecken zu bleiben. Vielmehr handelt es sich um eine der treffendsten und mitreißendsten Interpretationen der letzten Jahre, die gerade durch den Klang des Akkordeons etwas typisch Russisches erhält. Eigentlich kann man an dieser fulminanten CD nicht vorübergehen, ohne nicht etwas versäumt zu haben.

Ö1, Albert Hosp

Amarcord sind virtuose Zeiträuber. Rauben Dir mit ihrer Musik die Zeit, setzen sie außer Kraft. Heben plötzlich kurz ab, um doch im Grundpuls zu verbleiben. Dich hebt es aus dem Sessel, Dir bleibt die Luft weg. Doch das Akkordeon leiht Dir mit seinem Blasbalg den Atem, das Cello nimmt Dich bei der Hand, die Geige verdreht Dir den Kopf, der Kontrabaß zupft Dich am Ärmel. Vier Menschen, in Wien, unterschiedlichster Heimat, tun sich mit Dir zusammen und schaffen eine gemeinsame Welt. Ein Lied lang, eine Zeit lang.