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Es gibt einen feinen Unterschied zwischen einer Ironie, die sich darin erschöpft, nicht das zu meinen, was man sagt, und einer ästhetischen Ironie, die Sachen mit einem Augenzwinkern vorstellt, aber so lustvoll, dass diese trotz mangelnder Ernsthaftigkeit als das Eigentliche zu gelten haben. Dieser zweiten, viel interessanteren Form der Ironie hat sich das Ensemble Amarcord Wien verschrieben.
Klassik Heute, März 2011

Ich kenne das Ensemble Amarcord von CDs. Man diskutiert heute so oft über neue Wege im Konzertleben: hier ist ein großartiges Paradebeispiel, dass der Phantasie keine Grenzen gesetzt sind. Den klassischen Tugenden verpflichtet finden diese Künstler auf höchstem Aufführungsniveau Pfade, die noch nicht ausgetreten wurden. Eine Freude!     Franz Welser Möst, Mai 2006

Keine Minute lang ließ einen die perfekt arrangierte Musik von Piazzolla bis Satie beim Konzert von Amarcord am Mittwoch im Brucknerhaus los. Müsste man den Begriff Musik in seiner schier unfassbaren Vieldeutigkeit erklären, so gäbe es eine kurze und prägnante Antwort: Amarcord Wien. Es ist wirklich selten geworden, dass ein Ensemble vielfältigste Musik derart penibel erarbeitet und spielerisch mit gehörigem Humor aus sich heraus erwachsen lässt, und gleichzeitig zu weitreichenden, philosophischen Gedankengängen anregt.     Oberösterreichische Nachrichten, April 2005

Amarcord Wien ist eine der österreichischen Avantgarde Bands in der ersten Reihe. Ihre ausgefallene und spannende Musik ist in den letzten Jahren in halb Europa zu einem festen Begriff geworden. Jeder der vier Musiker ist für sich eine Koryphäe, zusammen weben sie homogene und äußerst einfallsreiche Klangmuster, die jenseits allen Mainstreams auch für weniger geschulte Ohren hör- und verstehbar bleiben. Das neueste Projekt beschäftigt sich ausschließlich mit dem französischen Komponisten Satie.     glist.com, Okt. 2005

Was die Klavierstücke Saties betrifft, so wird in dieser Besetzung eine klangliche Transparenz möglich, wie man sie wahrscheinlich noch nie gehört hat. So viel Kunstverstand ist in diesem Musizieren, so viel Orientierung am Material, dass der Eindruck von Willkür nie aufkommt. Und einem hätten diese auf den Punkt musizierten Bearbeitungen mit Sicherheit gefallen: Erik Satie.     Stereoplay, Feb. 2006

Mit Violine, Cello, Bass und Akkordeon tauchen die vier Herren in Saties Zauberreich ein – munter improvisierend, flott präludierend, selig walzernd. Und sie entdecken dort eine Luftwelt, die irgendwo zwischen Musette, Marsch und Bossa Nova schwingt. Plaisir toujours.     Märkische Allgemeine, Dez. 2005

Das österreichische Quartett Amarcord Wien hat Satie nun für eine ganz außergewöhnliche CD entdeckt. Die vier Musiker sind selbst bekannte und bekennende Grenzgänger, also haben sie die besten Voraussetzungen, die wunderbaren Klangwelten des Herrn Satie ernst zu nehmen und mit großer Lust am Musizieren hörbar zu machen. “Satie” ist eine faszinierende Einspielung, weil die Platte Humor und Poesie, Virtuosität und Verträumtheit in einer unglaublich packenden Mischung zusammenbringt. Amarcord präsentiert sich hier wieder als herausragendes Ensemble und bricht gleichzeitig für den Komponisten Satie eine längst verdiente Lanze.     Westfahlenpost, Jan. 2006

Die wunderbare Welt des Herrn Satie: Dem Großmeister des kleinen Einfalls folgt das elegante Quartett und hinterlässt doch tiefe eigene Spuren. Eine so ernste wie gewitzte Annäherung an einen Eigenbrötler.     Kleine Zeitung, Okt. 2005

Wie sich die Bilder so gar nicht gleichen … An einem Oktobertag des Jahres Null-Drei im Herumstrawanzen auf dem Areal des St. Petersburger Alexander-Newskij-Klosters unversehens vor Mussorgskijs Grab zu stehen und so kurz danach, als ob da ein Zusammenhang bestünde, in Wien diese erfrischende Instrumentierung der „Bilder einer Ausstellung“ zu hören zu bekommen: Aquarellen vergleichbar, was eines Ohren üblicherweise als satte Ölgemälde zusetzt – und vor Verblüffung darob könnt dir so sein, auf jenem Klosterfriedhof beigewohnt zu haben einem von den vier Musikern dem Meister dargebrachten Ständchen, nämlich seiner Impression von diesem oder jenem Bild: oder sähe (und hörte) M.M. denn nicht nichts lieber, als wenn diese vier als Straßenmusikanten seine „Bilder“ in Gastgärten und Wirtshäusern spielen würden für Speis und Trank, und sei es für ein Stamperl Schnaps? (…)
die vier Burschen da (also: diese vier Herren) haben die Grazie, mit von Respekt gesegneter Unbekümmertheit ihrem Meister die Reverenz zu erweisen, indem sie beispielsweise das hohle Pathos des durch die Tradition allzu groß geratenen ‚Großen Tores’ in menschlichere Dimensionen herunterholen: so beschwingt wie leicht Beschwipste musizieren sie dieses, nun der pompösen Vorlage vergessene ‚Bild’, daß hinweggenommen sind die weitausfahrenden Gesten eines, der seine Vision von Größe doppelt zu sehen und sie mit schwerer Zunge wiederzugeben schien…
oder man könnte auch so sagen: Aus Nachbildern der mit Augen geschauten ‚Bilder’, von M.M. fürs Ohr so skizziert, wie sie in ihm nachgewirkt haben, aber auch aus scheinbar verblaßten Übermalungen durch zwei oder drei andere Komponisten, scheint den vier Herren wie im Schlaf alles das aufgestiegen zu sein, was sie sodann, scheinbar jeder Kunstschwierigkeit vergessen, kunstvoll wie mit leichter Hand aquarelliert haben. Oder wäre das nicht eine melancholische Kammermusik geworden zu deren Melancholisches aufhellendem Wanderschritt?
Zöge gern, sofern sie musizierend dahinspazieren wollten, durch den Brahmssaal oder auch über den spätherbstlichen Markusplatz, ganz leise mitpfeifend hinterdrein!Julian Schutting, österreichischer Schriftsteller, Okt. 2003

Sichtweisen auf Mussorgsky: … Nicht weniger virtuos, aber höchst kreativ und originell die Sichtweise des Wiener Ensembles Amarcord. Die auf Violine, Cello, Kontrabass und Akkordeon reduzierte Fassung seziert gleich einem Mikroskop die kompositorische Tiefe dieses Werkes, ohne in der reinen Analyse stecken zu bleiben. Vielmehr handelt es sich um eine der treffendsten und mitreißendsten Interpretationen der letzten Jahre, die gerade durch den Klang des Akkordeons etwas typisch Russisches erhält. Eigentlich kann man an dieser fulminanten CD nicht vorübergehen, ohne nicht etwas versäumt zu haben.     Oberösterreichische Nachrichten, Juli 2004

Mit einer Bearbeitung von Modest Mussorgskys „Bildern einer Ausstellung“ hat das ungewöhnlich besetzte Ensemble Amarcord Wien einen klanglichen Volltreffer gelandet. Das vierköpfige Ensemble nutzt die zahlreichen folkloristischen Anleihen des Originals so gut, dass das Stück wie eigens für diese ungewöhnliche Besetzung geschrieben schein … Und auch auf Platte ist nicht zu überhören: Die vier von Amarcord sind Musikanten im besten Sinne des Wortes.     Falter, Carsten Fastner, April 2004

Amarcord sind virtuose Zeiträuber. Rauben Dir mit ihrer Musik die Zeit, setzen sie außer Kraft. Heben plötzlich kurz ab, um doch im Grundpuls zu verbleiben. Dich hebt es aus dem Sessel, Dir bleibt die Luft weg. Doch das Akkordeon leiht Dir mit seinem Blasbalg den Atem, das Cello nimmt Dich bei der Hand, die Geige verdreht Dir den Kopf, der Kontrabaß zupft Dich am Ärmel. Vier Menschen, in Wien, unterschiedlichster Heimat, tun sich mit Dir zusammen und schaffen eine gemeinsame Welt. Ein Lied lang, eine Zeit lang.     Albert Hosp Ö1, Mai 2003

Aufsehen erregender Abend mit Amarcord Wien in Schloss Kammer: Sebastian Gürtler, Michael Williams, Gerhard Muthspiel und Tommaso Huber beschworen in einem Piazzolla-Programm mit stupender Technik und vorbehaltloser Einfühlung das betäubende Fluidum des Tango. Wildheit, Liebe, Sehnsucht, Einsamkeit, immer wieder an der Grenze zur Groteske, vermittelten sie mit einer Intensität, die in die Schlagadern fuhr.     Kronen Zeitung, Balduin Sulzer, August 2002